Prämissen 

Ab dem 1. Januar 2012 erfolgt auf der Basis des folgenden Betreiberkonzeptes eine Fortführung der laufenden Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit im Jugendhaus Wolgast als Jugendkulturzentrum Wolgast.   

Ziel der pädagogischen Arbeit ist der Erhalt und der Ausbau einer vielfältigen kompetenten Angebotspalette im Bereich Jugend(sozial)arbeit. Dieses erfolgt mit dafür geeignetem Personal, das unter fachlich kompetenter Aufsicht steht.

Erfolgreiche Konzepte werden fortgeführt und mit Angeboten von Partnern vor Ort effektiv vernetzt, auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten und umgesetzt.

Ein finanzieller Zuschuss der Stadt Wolgast ist für die reguläre Betriebsführung zwingend erforderlich. Dieser Zuschuss wird jedoch umfassend erweitert durch Eigenmittel und Fördermittel und kann in den kommenden Jahren fortlaufend reduziert werden.

Die Kinder - und Jugendarbeit im Jugendkulturzentrum Wolgast erfolgt entsprechend dem vorgelegten Konzept frei von allen Konfessionen und parteipolitischer Einflussnahme. 

Zielgruppe sind vorrangig Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 27 Jahren bei der Möglichkeit, spezielle Angebote für andere Zielgruppen anzubieten.

Jedes Kind, jeder Jugendliche und junge Erwachsene hat freien Zugang zu den Angeboten des Jugendkulturzentrums entsprechend der gültigen Hausordnung. Diese sieht u. a. ein Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland vor.  

Der Träger versichert, dass er sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik bekennt und eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit gewährleistet. 


1.         Konzeption für die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit

1.1.        Offene Kinder- und Jugendarbeit

Die zurzeit geltenden Öffnungszeiten des offenen Bereiches bleiben aufrechterhalten:

Montag bis Samstag 14 Uhr bis 20 Uhr.

Die Flexibilität des Zugangs für weitere Veranstaltungen (vormittags, abends) wird aufrechterhalten. 

Die vorhandenen Angebote im offenen Bereich des Jugendkulturzentrums werden fortgeführt und erweitert. So wird es neben dem Freizeitreff das tägliche Angebot der Hausaufgabenhilfe und Beratung geben.

Freie Angebote ergänzen dieses Spektrum. Sie werden mit den Jugendlichen abgesprochen und gemeinsam mit ihnen umgesetzt. Es erfolgt eine Vernetzung mit anderen Jugendeinrichtungen des Amtsbereiches, z.B. bei Freizeitturnieren.

1.2.        Kulturelle Jugendbildung und Erziehung

Das Jugendkulturzentrum Wolgast wird hier verstanden als außerschulischer Freizeit-, Sozial- und Lernort. Diese Funktion erweitert die Angebotspalette der Ganztagsschule. Dabei wirken die Zielperspektiven der Modelle ganztägiger Bildung, Erziehung und Freizeitbetreuung im folgenden Zusammenschluss:

Zeitliche Erweiterung: Durch den erweiterten Zeitrahmen bietet sich die aktive Möglichkeit, neue Inhalte zu vermitteln und zeitintensivere Unterrichtsformen zu realisieren (Stichworte: Offener Unterricht, Freiarbeit, Projektarbeit).

Thematische Erweiterung: Hierbei können Themen des Unterrichts in freier Gestaltung bearbeitet werden und durch Einsatz neuer Medien bearbeitet werden (Film, Foto, Musik etc.). Herkömmliche schulische Angebote werden um Angebote der außerschulische Bildung (z.B. historisch-politische Bildung, musikalische Bildung) und der Freizeitgestaltung (z.B. Arbeitsgemeinschaften) erweitert. Diese Öffnung der Schule nach außen ermöglicht in besonderem Maße die Verbindung von formaler, non-formaler und informeller Bildung – hier in einem Verbundnetz von Bildungspartnern.

Methodische Erweiterung: Schulisches und außerschulisches, unterrichtliches und außerunterrichtliches Lernen werden stärker aufeinander bezogen und miteinander verbunden. Dabei bestimmen auch die Lebensweltbezüge (z.B. biographische Aspekte der Schüler) in höherem Ausmaß das Lernen. Gleichermaßen sollen so neue Formen des Miteinanders der Schüler zu einer Steigerung der sozialen Kompetenzen und der demokratischen Verantwortung beitragen.       

Zur Erreichung dieser pädagogischen Ziele werden die vorhandenen Werkstätten nach folgenden Konzeptionen fortgeführt und weiterentwickelt: Vormachen ­- Mitmachen - Selbermachen. Eine Erweiterung der im Folgenden vorgestellten Werkstätten wird angestrebt.   

 

1.2.1      Soundwerkstatt (siehe Link)

 

1.2.2      Geschichtswerkstatt (siehe Link)

 

1.2.3      Filmwerkstatt „Große Klappe“ (siehe Link)

 

1.2.4      Umweltwerkstatt (siehe Link)

1.2.5      Kreativwerkstatt

Die vorhandene Struktur der Kreativwerkstatt mit Holzwerkstatt im Jugendhaus Wolgast bietet gute Optionen der Erweiterung. Jedoch ist der reine Bastelbereich nicht effektiv für eine Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit. Aus diesem Grund werden die Potenziale genutzt für die anderen Werkstätten, insbesondere die Umweltwerkstatt. Hier können z. B. kostengünstig Nistkästen gebaut werden.

Eine weitergehende Einbindung der Kreativwerkstatt ist denkbar im Bereich einer Theaterwerkstatt. Hier ist eine Netzwerkarbeit mit vorhandenen Partnern denkbar. Eine Konzeption wird anhand der vorhandenen Potentiale und Fördermöglichkeiten erarbeitet.

 

1.3.        Angebote zur Herausbildung sozialer Kompetenzen

Die Gesamtheit persönlicher Fähigkeiten und Einstellungen, die dazu beitragen, individuelle Handlungsziele der Jugendlichen mit den Einstellungen und Werten einer Gruppe zu verknüpfen und in diesem Sinne das Verhalten und die Einstellungen von Mitmenschen zu beeinflussen, werden als soziale Kompetenz bezeichnet. Es sind Fertigkeiten, die für die soziale Interaktion nützlich oder sogar zwingend notwendig sind. Drei Ebenen lassen sich hier unterscheiden:

a) 

Fertigkeiten im Umgang des Jugendlichen mit sich selbst, z.B. Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen;

b) 

Fertigkeiten im Umgang mit Anderen,  z.B. Toleranz, interkulturelle Kompetenz, Konfliktlöseverhalten;

c)  im Allgemeinen, z.B. emotionale Intelligenz, soziales Engagement.   

Die Ausbildung, Verstärkung und Festigung derartiger sozialer Kompetenzen ist grundlegendes Ziel aller Werkstätten im Jugendkulturzentrum Wolgast. Entsprechende Projekte dienen zur Umsetzung dieses Zieles. Die Einbindung  entsprechender Fördermittel gehört zum Grundsatz der Herangehensweise. Die folgenden Blickpunkte sollen hierbei eine besondere Rolle in der Arbeit spielen.

 

1.3.1      Berufsfrühorientierung

Entsprechende Projekte, wie sie das KDW bereits erfolgreich durchgeführt hat, werden in Wolgast und dem Amtsbereich weitergeführt. Wir geben Unterstützung bei Erstellung von Bewerbungsunterlagen, praxisorientierte Unterstützung (Auswahl und Suche nach Praktika und Lehrstelle, Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche, etc.) und besuchen relevante Betriebe und Institutionen. Eine intensive Zusammenarbeit erfolgt hierbei mit den Schulen vor Ort.

 

1.3.2      Präventionsarbeit

Ein großes Angebotsspektrum der Präventionsarbeit wird abgedeckt durch Absprachen mit den Schulen vor Ort und durch Nutzung verschiedener Methoden (Seminare, Aktionstage, Kreativ-Seminare). Die Thematik orientiert sich an den Alltags- und Zukunftsbedürfnissen der Jugendlichen.

 

1.4.        Vernetzung und Angebote für die Ganztagsschule

 

In Absprache mit den Wolgaster Schulen wird die o.g. Angebotspalette mit einem Zeitraster besetzt, dass es möglich wird, Angebote für die Ganztagsschulen zu ergänzen. Das Jugendkulturzentrum verfügt über räumliche und technische Kapazitäten, die ein solches Angebot erlauben. Die personellen Kapazitäten werden über Fördermittel und Netzwerke ergänzt. Diese Kooperationen betreffen sowohl die regionale Ebene (Zusammenarbeit in der Stadt und im Landkreis) als auch Landesebene, Bundesebene und den Einbezug von Themen der Europäischen Union.

Die unter Punkt 1.2 erwähnten Zielperspektiven lassen sich durch folgende Aspekte ergänzen:

  ° 

Die Öffnung der Schule nach außen kann in besonderem Maße die Verbindung von formaler, non-formeller und informeller Bildung ermöglichen;

  ° 

Schule als Lebensort bezieht außerschulische Partner mit ein, um herkömmliche schulische Angebote um Angebote der Bildung, der Freizeitgestaltung, der erzieherischen Hilfe und der Betreuung zu erweitern;

  °  Lebensweltbezüge der Jugendlichen bestimmen damit in weitaus höherem Maße das schulische und außerschulische Lernen.